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Eine lange Nacht der offenen Kirchen im Siegerland
Etwa 2000 Menschen besuchten Veranstaltungen

Ein fröhliches Treiben herrschte gegen 23 Uhr im Hof der Laurentiuskirche in Ferndorf. Die Kirche war angestrahlt und zu spät nächtlicher Stunde hell erleuchtet. Es wurde gesungen, gegessen und getrunken. Nach einem Orgelkonzert in der Krombacher Kirche hatte sich 26 Besucher eineinhalb Stunden durch den Wald nach Ferndorf begeben und stillten im Kerzen- und Lampenschein der altehrwürdigen Laurentiuskirche Hunger und Durst. Bewirtet wurden sie von bienenfleißigen Katechumenen. Ein Lagerfeuer brannte und die Pilgerinnen und Pilger und etliche Ferndorfer und weitere Gäste hatten offensichtlich viel zu erzählen. Es war nicht ganz leicht, die Menschen in die Kirche zu locken. Ein Tanz und vor allem die vielen in der Kirche aufgehängten Misereor-Hungertücher zogen das Interesse der Besucher dann doch auf sich. Die Katechumenen hatten sich mit den Inhalten der Tücher auseinandergesetzt und beantworteten die vielen Fragen der Erwachsenen.

Etwa 200 Besucherinnen und Besucher staunten über die ungewohnte Beleuchtung der Talkirche in Geisweid. So bunt ausgeleuchtet bekommt man das Gotteshaus nicht alle Tage zu sehen. Stefanie Hillmann (Oboe) und Andrea Stötzel (Orgel, Klavier) verwöhnten die Besucher mit klassischer Musik. „Besonders die Taizé-Andacht mit Abendmahl zum Abschluss kam bei den auswärtigen Besuchern sehr gut an“, freute sich Pfr. Dr. Martin Klein.

Interessante Erlebnisse hatten die Kinder in der evangelischen Kirche Freudenberg. Sie durften vor den Musikbeiträgen die Kirchenglocke mit dem Seil läuten. „Wie, ist es schon zu Ende?“, hieß es nach Mitternacht. Pfarrer Thomas Ijewski: „Eine halbe Stunde nach Mitternacht meinte eine Besucherin: ‚Ich brauche nächste Woche mal einen Termin beim Pastor, ich möchte gerne wieder in die Kirche eintreten.‘“

Über 300 Besucher machten sich bei noch strahlendem Sonnenschein auf den Weg in die Evangelische Kirche in Oberholzklau. Bereits um 17 Uhr fing dort die Nacht der offenen Kirche an. Die Kirchengemeinde hatte ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Diesmal war das Pfarrhaus, ein unter Denkmalschutz stehendes altes Fachwerkhaus, mit kleinen Ausstellungen und einem liebevoll eingerichteten Raum der Stille einbezogen worden. Eine Kunstausstellung zog die Blicke in der 1909 umgebauten und mit einem neuen Turm versehenen Kirche auf sich. Eike Otto Hammel, in einer Tracht aus dem 17. Jahrhundert, führte die Besucher gerne durch das Gotteshaus und wusste eine Menge zu erzählen.

Dunkel war die Christuskirche in der Dautenbach. Einige Besucher hatten sich eingefunden, um an einer langen Filmnacht teilzunehmen.

In der alten Wehrkirche in Burbach-Würgendorf begann die Nacht der offenen Kirche mit einem kulinarischen Familienfest und Volksliedern. Etwa 80 Personen fasst das alte Kirchlein inmitten eines Gartens mit Bäumen und Sträuchern. Idyllisch zum Feiern. Etwa 360 Besucher schauten am Abend und in der Nacht herein und genossen die besondere Atmosphäre der Kirchennacht. Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes, erinnert an die Entstehung der christlichen Kirche. Und das hat auch ganz viel mit Gemeinschaft und Miteinander zu tun.

Es war die vierte Nacht der offenen Kirchen in der Evangelischen Kirche von Westfalen und in der Lippischen Landeskirche. Seit 2004 hat dieses Ereignis in der Pfingstnacht alle zwei Jahre auch im Siegerland Menschen angelockt. 15 Kirchen und Gemeindehäuser nahmen diesmal an dem Ereignis teil. Unterschiedliche Gottesdienstformen, spezielle Angebote für Kinder, Kirchenführungen, Taizé-Gebete, Raum-Klang-Meditation,  Musik vieler Stilrichtungen vom Orgelkonzert über Popballaden bis zum fetzigen Kinderchor, kulinarische Köstlichkeiten, Schwarzlichtheater, Lesungen und nicht zuletzt die Möglichkeit, einen Kirchenraum als Ort der Stille zu erleben.

kp

Text zum Bild ( Fotos Karlfried Petri)

In der und um die alte Wehrkirche in Burbach-Würgendorf feierten die Dorfbewohner die Nacht ihrer offenen Kirche.

Klassisches Blech vom Feinsten bot ein eigens zusammengestelltes Blechbläserensemble in der Nikolaikirche in Siegen.

In der Eingangshalle der alten Stadtkirche hängt das Krönchen, das vor Jahren auf dem Kirchturm durch eine Neuanfertigung ersetzt wurde.

Die Regenbogenkids führten in der Ev. Kirche Freudenberg das Musical „Josef“ auf.

Die Freudenberger Kirche war bis nach Mitternacht geöffnet und mit die ev. Kirchenfahne geschmückt.

Besonders viel Spass hatten die Kinder, die vor den musikbeiträgen die Kirchenglocke in Freundenberg mit dem Seil läuten durften (Foto Thomas Ijewski)

Gespenstisch ragte die über 100 Jahre alte Talkirche in Geisweid in den Nachthimmel.

Das Innere der Talkirche war wechselnd bunt beleuchtet

Klassische Musik erklang von der Orgelempore. Stefanie Hillmann (Oboe) und Andrea Stötzel (Orgel/Klavier) verwöhnten die Kirchenbesucher.

Mucksmäuschenstill waren die Besucher in der Siegener Martinikirche. Sie lauschten der Klang-Raum-Meditation von Wolfgang Soost und den nachdenklichen Texten von Pfr. Raimar Leng.

Eine eigene Atmosphäre bot das hohe Kirchenschiff der Martinikirche.

Zünftig gefeiert wurde vor der Laurentiuskirche in Ferndorf.

In der Laurentiuskirche erwarteten die Besucher Misereor-Hungertücher aus verschiedenen Jahren. Die Katechumenen halfen, sich mit den Bildinhalten auseinanderzusetzen.

Eike Otto Hammel führte durch die Kirche in Oberholzklau.

Ein Blick durchs Kirchturmfenster auf das alte Fachwerkpfarrhaus neben der Oberholzklauer Kirche.

Der Kirchenchor singt in der Oberholzklauer Kirche

Nach Mitternacht stand die alte Wehrkirche angestrahlt in Würgendorf. Viele Menschen hatte das Gemäuer an diesem besonderen Abend erlebt.