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Besuch in Tansania 2002

Karibu sana - Herzlich willkommen heißt in Tansania „komm näher“
- Delegierte des Kirchenkreises Siegen und verschiedener Kirchengemeinden erlebten afrikanischen Himmel zum „greifen nah“ -

Eintauchen in eine bunte und faszinierende Welt konnten kürzlich Helga Hoffmann, Almuth Schwichow, Christel Thomas, Sabine Rehm sowie das Ehepaar Stefan und Manuela Haus. Anlass war der turnusgemäße Besuch der evangelischen Kirchengemeinden Buschhütten, Weidenau , Geisweid und Kredenbach-Ferndorf bei den Partnergemeinden in Tumbi, Bagamoyo, Mbeziluis und Mkuza im ostafrikanischen Staat Tansania. Die Reise stand unter dem Arbeitsschwerpunkt: Kindergärten. Unter dem Motto „Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung“ wurden 4 verschiedene Kindergärten besucht und ein neuer mit eröffnet. Gemeinsames Ziel der Partnergemeinden in Tansania und im Siegerland ist, die bestehenden Kindergärten weiter auszustatten und die Ausbildung des Erziehungspersonals langfristig zu verbessern.

Karibu sana heißt: komm näher oder herzlich willkommen
Angenehm überrascht wurden die Siegerländer Abenteurer schon bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Dar es Salaam. Nach einem herzlichen gemeinsamen Empfang trennten sich die Wege der fünfköpfigen Reisegruppe. Bei verschiedenen christlichen Gastfamilien in unterschiedlichen Regionen gab es von nun an die Gelegenheit, die Mentalität, die Freuden und auch die Sorgen der Menschen aus der Alltagsperspektive kennen zu lernen. „Wir waren alle begeistert von der Gastfreundschaft und der Fürsorge, die wir in unseren Familien erlebt haben“, sind sich alle einig. „Wir wurden in die Familien aufgenommen wie richtige Verwandte und fühlten uns auch so“, berichtet Sabine Rehm mit jetzt noch leuchtenden Augen. „Niemals habe ich von Gastgebern so oft gehört ,feel free - fühl dich wie zu Hause´ und , karibu sana` - was wörtlich übersetzt ,komm näher` heißt.“ Die familiäre Aufnahme machte es den Tansania-Freunden leicht, mit den zuerst fremden Lebensverhältnissen zurechtzukommen. So achteten die Gastgeberfamilien rührend darauf, dass die „empfindlichen Europäer“ nur abgekochtes Wasser zu sich nahmen, beim schlafen nicht die Moskitonetze vergaßen und nicht womöglich in irgendwelche zwielichtige Gesellschaft gerieten.

Anderes Land - anderes Leben
Gekocht wird in Tansania überwiegend auf Holzfeuer. „In Bagamoyo, an der Küste, gab es viel Fisch zu essen“, berichtet Almuth Schichow von der Kirchengemeinde Klafeld Geisweid. Im Landesinneren konnte man Huhn, Rind und diverse Früchte genießen. „Das Essen war sehr gut und vielfältig“, so Manuela Haus von der evangelischen Kirchengemeinde Buschhütten. „Besonders lecker waren die Kochbananen und die Papayafrüchte.“ Dass für Gäste extra viel aufgetischt wurde, freute auch viele afrikanische Gäste, deren Tische sonst nicht immer so reichlich gedeckt sind.

Mit Wasser muss man sparsam umgehen
Die Wasserversorgung ist in den meisten Gebieten zwar gewährleistet, aber etwas komplizierter als im Siegerland. Nicht immer gibt es fließendes Wasser in den manchmal komfortablen, überwiegend aber einfachen Häusern. „Seltsamerweise hat man sich schnell an den sparsamen Umgang mit Wasser gewöhnt“, meint Christel Thomas von der Kirchengemeinde Weidenau. „Man holt das Wasser aus Brunnen oder an bestimmten Tagen an Wasserstellen. Hier füllen sich die Leute Kanister ab und haushalten mit dieser Ration über die Woche.“ Ein besonderes bezeichnendes Erlebnis hatte Almuth Schichow: „Bei meiner Gastfamilie gab es eine Wasserstelle, an der sich auch sämtliche Nachbarn der Umgebung bedienten. Da das Wasser nicht umsonst zu haben ist, wunderte ich mich über meinen Gastgeber, der die Kosten für alle Wasserentnehmer mittrug. Auf meine Frage, ob er denn einen Ausgleich dafür bekomme, sagte er verwundert, er sei doch Christ. Das komme doch nicht in Frage.“ Beeindruckend sei überhaupt der enge Zusammenhalt der Familien und Freunde. „Alle verhalten sich wie Schwestern und Brüder“, so die einhellige Meinung. Dabei seien viele Familien eine Zusammensetzung aus Angehörigen der christlichen sowie der islamischen Religion. Religiöse Feste beider Seiten werden in der Regel gemeinsam gefeiert. Muslimische Kinder gehen auch zum christlichen Kindergottesdienst. Der Anteil der Christen in Gesamttansania gegenüber Muslimen beträgt etwa 50 %.

Neues Bewusstsein für Aids
Viele Familien nehmen Aidswaisen in die Familien auf. „Was Aids angeht“, so Helga Hoffman „scheint es inzwischen ein neues Bewusstsein zu geben.“ In den letzten Jahren habe man das Problem trotz der hohen Aidsrate in Tansania noch verschwiegen. Inzwischen aber spreche man schon offener darüber und beginne langsam, vorallem in den Jugendstunden der christlichen Gemeinden Aufklärung zu betreiben. „Man sprach uns darauf an, wie es komme, dass die Aidsrate in Europa im Verhältnis zu Afrika so niedrig sei obwohl man hier so freizügig im Umgang mit Sexualität sei und bat uns, innerhalb einer Jugendstunde etwas zu dem Thema zu sagen“, erzählt Stefan Haus aus der Kirchengemeinde Buschhütten. Dieser offensive Umgang mit der Thematik sei neu.

Christliche Gemeinden in Tansania lebendig, mitreißend und bunt
Die christlichen Gemeinden in Tansania sind überwiegend lutherisch geprägt. Die Gottesdienste dauern bis zu drei Stunden, was den Besuchern der Gottesdienste nicht etwa lang vorkommt. Mögen die äußeren Gottesdienstbedingungen manchmal ärmlich sein, so findet sich in den Menschen selbst ein großer Reichtum an Lebendigkeit, Hingabe und Begeisterung. „Die Menschen beten dort oft auf ganz selbstverständliche Weise im Alltag“, so die Reisegruppe. „Die Gottesdienste sind fröhlich und auch sehr abwechslungsreich. Der Pfarrer bekommt spontane Feedbacks aus der Gemeinde. Die Menschen sind freier und spontaner in ihrer Art, Gottesdienste zu feiern als bei uns. Das hat uns selbst richtig mitgerissen.“

Bagamoyo heißt: „Lege dein Herz nieder“
„Ich habe fast schon Heimweh nach Tansania“, so drückt es Sabine Rehm aus, wenn sie an die drei Wochen in Afrika zurückdenkt, die viele bleibend Eindrücke hinterlassen haben. Das bestätigen auch Stefan und Manuela Haus. „Alles ist dort intensiver“, schwärmt Manuela Haus. „Das Licht, die Erde, die Sterne, die Landschaft. Der Himmel scheint wegen der Äquatornähe zum Greifen nah “, beschreibt sie ihre Eindrücke. So meint auch Helga Hoffmann, die die Tansania-Partnerschaftsarbeit nunmehr seit gut 20 Jahren mitgestaltet: „Wer einmal damit angefangen hat und dort war, kann nie wieder damit aufhören.“
Jenseits von Afrika – Weitere Partnerschaften mit Siegerländer Gemeinden möglich
Und damit noch viele Menschen im Siegerland die Möglichkeit haben, den eigenen Horizont zu erweitern, soll die Partnerschaftsarbeit nicht nur weitergehen, sondern auch noch ausgebaut werden.

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   





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