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Was heißt eigentlich "Fundraising?"

Erläuterungen von der ehemaligen Superintendentin und jetzigen Präses Annette Kurschus

„Einen Schatz aufbringen": So lässt sich das englische Wort „Fundraising" wörtlich ins Deutsche übersetzen.

Seltsam: Schätze werden in Märchen bewacht oder in Abenteuerromanen gesucht oder in der Sprache der Liebe besungen.

Aber Schätze im wirklichen Alltagsleben – Schätze hier bei uns?

Ja, einen Schatz wollen wir mit vereinten Kräften aufbringen, um die kostbare Arbeit unserer Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in ihrer bisherigen Qualität und Vielfalt zu erhalten und fortzuführen.

Sicher – wir könnten auch bescheidener von „Spenden" reden, von „Zuwendungen", von „finanziellen Unterstützungen" oder professionell von der „Erschließung zusätzlicher Finanzierungsquellen".

Bei weitem reizvoller und spannender erscheint es mir allerdings, einen Schatz aufzubringen.
Und jeder, der mitmacht, jede, die etwas dazu tut, lässt den Schatz größer und bunter und leuchtender werden.

Dass die „Schatzsuche" unserer Beratungsstelle ein Pionierunternehmen wird für viele Schatzsuchende in den Gemeinden und Einrichtungen unseres Kirchenkreises,
wünscht sich

Ihre Annette Kurschus, Superintendentin



Engagiert mitgetragen wird das ehrgeizige Fundraising-Vorhaben auch vom Förderverein der EFL Siegen. Deren Vorsitzender, Herr Prof. Goßmann schreibt dazu :

Wie ich auf die Idee kam

mich für die Erhaltung der EFL einzusetzen:

Es begann mit einer interessanten Veranstaltung der Beratungsstelle im Mai 2006 über „Söhne ohne Väter, Väter ohne Söhne". Nach Vortrag und Diskussion wurde ein Flugblatt verteilt, aus dem hervor ging, dass die Beratungsstelle nach 20 Jahren erfolgreicher und segensreicher Tätigkeit geschlossen werden sollte. Spontan sagte ich dazu: „Das kommt überhaupt nicht in Frage!"

Als ich bald darauf im Leimbachstadion war, um die Aufführung der „Antigone" zu sehen, fielen mir die vielen Schilder der Sponsoren auf, die die Sportfreunde unterstützen. Da dachte ich: Wenn der Sport gesponsert wird, warum nicht die EFL?

So habe ich mich daran begeben mögliche Sponsoren im Kreis der Siegerländer Unternehmerschaft zu suchen und ihnen von meiner Sorge um den Fortbestand der EFL zu berichten. Das bedurfte natürlich einiger Erklärungen. Ich fand aber so viel Verständnis und Hilfsbereitschaft, dass meine Hoffnung auf eine Erhaltung der Beratungsstelle konkrete Gestalt annahm.

Inzwischen waren bei der Kreissynodalverwaltung so viele Proteste eingegangen, dass auf der Synode im Sommer 2006 beschlossen werden konnte, die EFL als Einrichtung des Kirchenkreises zu behalten und weiter mit 10 % des bisherigen Beitrags zu finanzieren. Das ist heute nichts Ungewöhnliches mehr; viele soziale und kulturelle Projekte wären ohne diese Form der Bürgerbeteiligung nicht mehr möglich (z. B. Theater, Philharmonie, Museum, Sportvereine usw.).
Warum habe ich damals gegen den Beschluss, die EFL zu schließen, protestiert? Weil ich durch jahrelange Erfahrung als Psychotherapeut weiß, dass dort gute Arbeit für die ratsuchenden Bürger geleistet wird.

Was heißt „gute Arbeit" in einer Beratungsstelle? – Jeder, der Kinder hat weiß, oder sollte wissen, wie hilfreich bei Erziehungsfragen eine fachgerechte und unvoreingenommene Beratung sein kann. Oft zeigt sich im schwer verständlichen Verhalten des Kindes eine Störung der familiären Atmosphäre. (Warum macht unser Sohn mit seinen 5 Jahren plötzlich wieder in die Hose? – Unsere Tochter ist so ängstlich, das macht uns Sorge, was sollen wir tun? ....)

Wenn hier rechtzeitig Verständnis geweckt und eine andere Einstellung gefunden wird, ist der ganzen Familie geholfen und einer vielleicht drohenden Fehlentwicklung des Kindes vorgebeugt.
Und: Vor jeder Scheidung oder Trennung sollten klärende Gespräche geführt werden.

Hierfür und speziell auch für die Moderation bei einer unvermeidlichen Trennung gibt es Fachleute in der EFL. Auch eine Trennungsberatung kann dazu führen, dass ein Paar wieder zusammen findet!

Ich habe von einem Kind gehört, das sein Leben einer Schwangerschaftsberatung in der EFL verdankt!

Es gibt viele Gründe, die EFL zu schätzen und zu unterstützen! Seien wir froh, dass wir sie in unserem Kirchenkreis haben! Unabhängig von der jetzt laufenden Werbung der Sponsoren gibt es seit Bestehen der Beratungsstelle den Förderverein (wie bei vielen Schulen, Kindergärten, dem Hospiz usw.). Hier kann jeder beitreten und durch seinen Beitrag (ab 20 Euro im Jahr) oder durch eine einmalige Spende helfen.

Hans-Heinrich Goßmann


Foto: ena/photocase.com

Wenn Stolpersteine zu scheinbar unüberwindlichen Hindernissen werden.

Zweimal habe ich die Hilfe der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle in Anspruch genommen und erleben dürfen, wie wohltuend es ist, erzählen zu können und verstanden zu werden.
Die Anlässe, die mich diese Hilfe in Anspruch nehmen ließen, gehören in meinem Fall sicher zu den alltäglichen und kleineren Stolpersteinen auf dem Lebensweg. Alle zusammen aber bildeten ein immer größer werdendes Hindernis, vor dem ich eines Tages stand und das Gefühl hatte, nicht mehr weiter zu können und zu wollen.

Die Doppelbelastung von Berufstätigkeit und Familie konnte ich viele Jahre problemlos meistern, aber als meine älteste Tochter in die Pubertät und ich selbst in die beginnenden Wechseljahre kam, meine mit im Haus lebenden Eltern zunehmend hilfs- und dann auch noch pflegebedürftig wurden, waren meine Kraftreserven erschöpft.

Die Stolpersteine hatten mir den Weg versperrt, und ich hatte das Gefühl, nicht mehr weiter zu können. Gleichzeitig aber hielt sich der Anspruch, es trotzdem alleine schaffen zu wollen.
Meine Gefühle schwankten zwischen Ärger, Ungeduld und tiefer Traurigkeit. Das bekam auch meine Familie zu spüren, und es belastete meine Ehe sehr.

Der Entschluss Hilfe zu suchen, brauchte trotzdem noch einige Zeit, bis ich ihn in die Tat umsetzte und an einem Montag bei der Ehe-, Familien-  und Lebensberatungsstelle anrief. Ich bekam sofort einen Termin für ein Erstgespräch am folgenden Mittwoch.

Meine Bedenken, mich mit solchen „Alltagskleinigkeiten“ hilfesuchend an die EFL zu wenden, wurden bereits bei diesem Erstgespräch zerstreut. Das freundliche, ruhige und zugewandte Verhalten der Beraterin tat mir von Anfang an gut. Ich fühlte mich ernst genommen und verstanden.

Dieses Gefühl hat sich durch die folgenden Sitzungen und Gespräche gehalten. Ich habe gelernt, mich selbst und meine Grenzen ernst zu nehmen und sie auch meiner Familie mitzuteilen. Insgesamt sind meine Belastungen nicht viel kleiner geworden, aber meine Einstellung zu dem, was ich schaffen „muss“, ist anders geworden.

Mit diesen  beiden Veränderungen gelingt es mir heute gut, die Stolpersteine zu meistern, ohne dass sie sich zu einer scheinbar unüberwindlichen Mauer auftürmen.

Ich bin sicher, dass die Hilfe, die ich bei der EFL in Anspruch nehmen konnte, mich vor einem tatsächlichen Zusammenbruch bewahrt hat, dass ein schmerzhafter Bruch in meinem Lebensweg verhindert werden konnte, und dafür möchte ich an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen „Danke“ sagen. Danke für das Verständnis, die Geduld und das, was ich mit Ihrer Hilfe für mich lernen konnte.

 


Foto lama-photography/photocase.com

Ohne Hürden

Vor sieben Jahren befand ich mich in einer tiefen persönlichen Krise. Ich wusste, dass ich mich jemandem anvertrauen musste um über meine Situation zu sprechen. Bisher war ich immer gut zurecht gekommen aber plötzlich sah alles ganz anders aus. Ich überlegte einen Arzt aufzusuchen, hatte aber große Angst mich zu öffnen. Zudem fürchtete ich mich davor, stigmatisiert zu werden.

Ich hatte von der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle gehört und mich dort um einen Termin bemüht. Schon das Gespräch bei der telefonischen Anmeldung beruhigte mich etwas und ich bekam sehr zeitnah einen Termin. Hier erzählte ich das erste Mal von meinen Sorgen. Während ich bisher versucht hatte alleine klar zu kommen, machte ich die Erfahrung, wie gut es tat mich jemandem mitzuteilen.

Ich bekam den Raum und die Zeit die ich benötigte um meine Situation zu bearbeiten. Die Unterstützung habe ich als überaus heilsam erlebt und die Rahmenbedingungen in der Beratung ermöglichten es mir, Vertrauen zu fassen und mich zu öffnen.

Darüber bin ich sehr dankbar. Vor zwei Jahren fiel es mir dann auch nicht mehr so schwer erneut bei der EFL um einen Termin zu bitten. Diesmal ging es um meine Tochter, die ausgelöst durch schulische Belastungen in eine heftige psychische Krise geraten war.
Wieder durften wir, diesmal als Familie, ohne große Hürden überwinden zu müssen, die überaus professionelle und sensible Unterstützung der EFL in Anspruch nehmen. Meine Tochter machte ähnliche Erfahrungen wie ich und es ging ihr schnell besser.

Wenn ich heute darüber spreche, bin ich davon überzeugt, dass die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle Hilfen anbietet, die an anderer Stelle so nicht geleistet werden können.

Hier steht der Mensch mit seiner Lebensgeschichte im Vordergrund und das ist spürbar. Ich möchte mich für diese Erfahrung bei den MitarbeiterInnen der Einrichtung bedanken und hoffe, dass Menschen in ähnlichen Situationen weiterhin auf die Beratungsstelle vertrauen dürfen.